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05.12.2021

Adventskalender: Türchen 5

Ein staubiges, vertrocknetes Knäuel, das sich mit nur etwas Hilfe wieder in blühendes Leben verwandelt? Dieses Wunder aus der Wüste versteckt sich hinter unserem heutigen Adventstürchen.

Die „Rose“ nach zwei Jahren ohne Wasser

Der wundersamen Pflanze fast kochendes Wasser hinzufügen

Lebendig und grün: Die „Rose von Jericho“ nach einem Tag

Eine wundersame Rose, die hoffen lässt

Kennen Sie die „Rose von Jericho“? Es ist keine Rose im eigentlichen Sinne. Genau genommen ist die „Rose von Jericho“ eine Wüstenpflanze. Jedoch hat diese Pflanze eine ganz besondere Begabung.

Vor einigen Jahren bekam ich eine dieser Pflanzen geschenkt. Die Frau, die sie mir schenkte, schaute mich freudestrahlend an und sagte: „Dies ist ein ganz besonderes Geschenk. Es ist eine Pflanze, die Einiges zu sagen hat.“ Und dann überreichte mir die Frau eine Plastiktüte, in der etwas Rundes in weiße Papiertücher eingewickelt war. Ich war gespannt. Nach dieser Vorrede erwartete ich etwas besonders Schönes. Ich wickelte es aus und war erst einmal enttäuscht. Zum Vorschein kam ein vertrocknetes Knäuel einer Pflanze. Die Dame sagte dann: Gieße heißes, fast kochendes Wasser über die Pflanze und Du wirst sehen, was passiert.

Auf eine vertrocknete Pflanze, die bereits tot zu sein schien, sollte ich auch noch kochendes Wasser gießen? Als Hobbygärtnerin wusste ich, dass dies keiner meiner Pflanzen im Garten gut bekommen wäre. Dennoch tat ich das, was die Frau mir geraten hatte und war verblüfft. Die Pflanze erwachte tatsächlich zum Leben. Ihre trockenen Blätter begannen sich zu bewegen. Sie bewegten sich nach außen. Das triste graubraun der vertrockneten Blätter verwandelte sich in ein sattes Grün. Ich war sprachlos. So etwas hatte ich nicht für möglich gehalten.

Und während die Pflanze zum Leben erwachte, begann ich nachzudenken und mich zu fragen: Wie schnell halte ich etwas für unmöglich, weil ich es noch nie erlebt habe? Wie schnell gebe ich auf, weil ich etwas für unmöglich halte? Wie schnell verzweifle ich, weil ich keinen Ausweg sehe?

Vielleicht hält ja der Schöpfer, der dieser seltsamen Pflanze das Leben eingehaucht hat, auch für mein Leben noch ungeahnte Möglichkeiten bereit. Und während ich dies dachte, fühlte ich, wie sich in meinem Herzen Hoffnung ausbreitete.

Pastorin Karin Pusch, Seelsorgerin im Albertinen Krankenhaus


 
 
 
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